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In der Sitzung des Ausschusses
für Stadtplanung und Umwelt der Stadt Gelsenkirchen am 16. Juni 2004
stand unter TOP 1 auf der Tagesordnung: Erste Ergebnisse der gutachterlichen
Untersuchung für das Einzelhandelskonzept Gelsenkirchen durch die
CIMA Stadtmarketing GmbH - Vortrag durch den Gutachter, Herrn Michael
Karutz.
Zunächst stellte Herr Karutz einige Rahmendaten zu Gelsenkirchen
vor. Untersucht wurden im Stadtgebiet 1789 Betriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche
von 384.000 m² und einem Gesamtumsatz von 1.341 Mrd €. Die Ausgangssituation
der Zentren Buer und Altstadt bezeichnete Herr Karutz als in Ordnung.
Umsatzabflüsse in benachbarte Städte wurden wie folgt angegeben:
| nach |
Umsatzabfluss
in Mio € |
| Essen |
53 |
| Bochum |
20 |
| CentrO |
16 |
| Recklinghausen |
12 |
| Gladbeck |
11(im
Bereich Scholven fließt viel Geld n.Gladb.) |
| Marl |
5 |
| Sonstige,
e-commerce,Versandhan. |
48 |
Bei den Kaufkraftströmen
stehen 165 Mio € Abfluss 178 Mio € Zufluss gegenüber. Hierbei
fließen etwa 13 Mio € im Bereich Baumarkt-Umsatz aus Gelsenkirchen
ab.
Hier noch einige Beispiele für die ermittelte Umsatz/Kaufkraft-Relation*
(siehe unten).
| Stadtteil |
Relations-Faktor
von Hundert |
| Alt-Gelsenkirchen |
162 |
| Erle |
139 |
| Schalke |
104 |
| Bismarck |
58 |
| Rotthausen |
45 |
| Feldmark |
21 |
Im zweiten Teil seines Vortrags
ging Herr Karutz auf den Einzelhandelsstandort Rotthausen ein.
71 Betriebe wurden untersucht. Hier werden bei einer Gesamtbetriebsfläche
von 8450 m² 31,2 Mio € Umsatz erzielt. Bei einer Nachfrage von
ca. 70 Mio € ergibt das den Wert von 45/100 (Tabelle). Im Bereich
Lebensmittel/Reformwaren werden 21,7 Mio € Umsatz bei einer Nachfrage
von 28,4 Mio € erzielt. Das führt zu einem Faktor von 77, der
im Vergleich an der unteren Grenze als noch akzebtabel bezeichnet wird.
Nach dem angekündigten Schließen örtlicher Nahversorger
sinkt der Wert auf etwa 50-60. Daraus ergibt sich unmittelbar eine Unterversorgung
des Stadtteils. Herr Karutz empfahl die Ansiedlung eines zentralen Nahversorgungszentrums
an der Steeler Straße mit einem Vollsortimenter (1500 m²),
einem Discounter (800 m²) und einem Getränkemarkt (600 m²).
Er konnte sich in den entstehenden Leerständen an der KMS die Ansiedlung
innenstadt-relevanter Warengruppen vorstellen. Herr Karutz machte deutlich,
dass die Nahversorgung im Stadtteil bleiben muss. Er attestierte Rotthausen
einen zur Zeit vitalen mittelständigen Handel mit einem überörtlichen
Versorgungsbedarf. Bei der Ansiedlung an der Steeler Straße müsse
auf städtebauliche Verknüpfungen im Rotthauser Zentrum geachtet
werden.
Während der Sitzung verteilten
Mitglieder vom "Bündnis Karl-Meyer-Straße" Flugblätter,
in denen die Wiedereinsetzung eines runden Tisches zum Thema gefordert
wurde. Nach kurzer Disskussion einigten sich die Ausschussmitglieder darauf
dem zuzustimmen. Der Vorsitzende Dr. Haertel sagte zu, dass es ein Treffen
von Verwaltung, Werbegemeinschaft, Bürgerverein, Herrn Karutz und
den beteiligten Fraktionen geben werde. Herr von der Mühlen wies
darauf hin, dass in Zukunft nicht allen Interessen gefolgt werden könne.
Frau Groß begrüßte die geplante Runde , warnte aber davor,
das Thema nicht zu zerlabern.
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