Bürgerverein für sachliche Diskussion

Wer glaubt, Rotthausen befände sich in einer Art Dornröschenschlaf, wurde in den letzten Tagen eines Besseren belehrt. Ein Zeitungsbericht mit Aussagen über die Zukunft der Karl-Meyer-Straße (KMS) schlug ein, wie eine Bombe. Rotthauser Bürger, Einzelhändler und die Werbegemeinschaft Rotthausen e.V. zeigten teils heftige Reaktionen. Um die entbrannte Diskussion zu versachlichen hier nun einige Informationen.
Im Juni 2002 stellte der Bürgerverein Rotthausen e.V. in der Bezirksvertretung Gelsenkirchen-Süd die Frage nach der Zukunft der KMS. Die ROPO berichtete in ihrer Juniausgabe ausführlich. Zur Feststellung des Handlungsbedarfs wollten die Stadtplaner ein Gutachten in Auftrag geben. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon Investoren, die sich für freie Grundstücke westlich und östlich der Steeler Straße interessierten, um dort großflächigen Einzelhandel zu errichten. Eine konkret vorliegende Bauvoranfrage sollte im Februar 2003 beantwortet werden. Zwischenzeitlich führte das Raumplanungsbüro "Planquadrat Dortmund" im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen seine Untersuchung in Rotthausen durch. Hierbei wurden exemplarisch 45 Passanten mittels eines Fragebogens befragt. Weiterhin wurden Einzelhändler, die Werbegemeinschaft und der Bürgerverein befragt. Vereinfacht lautet das Resümee: der vor Jahren begonnene Wegzug von Kundenmagneten wie ALDI, LIDL, Deutsche Bank und der Umzug von PLUS und Sparkasse hat die Attraktivität des Standorts KMS stark verschlechtert. Würde nun ein weiterer Supermarkt wie REWE aus Rotthausen wegen fehlender Erweiterungsmöglichkeit wegziehen, würde der beschriebene Prozess fortgesetzt.
Es besteht nun die Chance, auf dem freien Gelände gegenüber der BP-Tankstelle, REWE in Rotthausen zu behalten. Viele Rotthauser schätzen bei REWE besonders die Frische-Theke und das freundliche Personal. So könnte ein beliebter Supermarkt mit großem Parkplatz ganz in der Nähe von Sparkasse und PLUS im Rotthauser Zentrum gehalten werden und dies an einer stark frequentierten Straße. Nur wenige Schritte von KMS und angebundenem Marktplatz entfernt, bietet der angedachte neue Standort Möglichkeiten der Erweiterung, auch für andere Branchen. Die KMS mit ihren Fachgeschäften und Dienstleistern behält dabei ihre heutige Anziehungskraft. Das Unterzentrum Rotthausen ist jedoch größer als die KMS. Von der Werbegemeinschaft Rotthausen e.V. sind schon heute 18 der 30 Mitgliedsbetriebe außerhalb der KMS angesiedelt. Bei Bündelung aller engagierten Kräfte in Rotthausen und sachlich geführter Diskussion wird der Einzelhandelsstandort Rotthausen durch die vorgestellte Planung gestärkt.
Das Gutachten kann im Bürgerverein während der Bürgersprechstunde samstags. 11-13 Uhr eingesehen werden.

Rotthauser Post vom 21.01.03 Leserbrief von Georg Gerecht