| Sanierung des Dahlbusch-Kokereigeländes
kostet inklusive Baureifmachung über 2,9 Mio Euro
Das Kuckucksei, das sich die
Stadt mit dem Kauf des Geländes der ehemaligen Zeche und Kokerei
Dahlbusch zwischen Steeler Straße und Eisenbahnlinie Anfang der
80er Jahre ins Nest gelegt hat, könnte sich doch noch zu einem erfolgreichen
"Vogel" entpuppen. Allerdings kostet die Sanierung mit allem
Drum und Dran 2,91 Mio Euro.
Teilt man die gesamte Fläche
in zwei Bereiche - einen südlichen und einen nördlichen - auf,
ist der südliche Teil, was die Altlasten betrifft, der weitaus harmlosere.
Bevor dieser von der Stadt an Gewerbetreibende vermarktet wurde, gab's
etliche Untersuchungen. Bis auf eine Kühlertasse (Fundament eines
Kühlerturms) voller Teer wurde nichts entdeckt.
Der nördliche Teil - dort, wo die Kokerei mit ihrer Nebengewinnung
lag - barg da schon mehr Geheimnisse der unschönen Art in seinem
Erdreich. In der Hochzeit der Kohlenwertstoff-Veredelung (Benzol, Naphthaline,
Toluol) gab es auch schon mal Über-Chargen oder Produktionsverluste.
Abgeschlossene Tanks waren damals nicht üblich, die Schadstoffe wurden
in Erdbecken gekippt, wo sie nach und nach im Erdreich versickerten.
Beim Kanalbau Anfang der 90er
fiel die Bodenbelastung zum ersten Mal auf. Untersuchungen und anschließende
Gefährdungsabschätzungen brachten vier Hauptbelastungsbereiche
mit reichlich Ammoniak, Benzol und Teer zu Tage. Das etwa 2,8 ha große
Areal wurde eingezäunt.
Ein Teil dieser Fläche - rund 0,5 ha - wurde bereits für einen
Kindergarten komplett ausgekoffert und saniert. Das gleiche passiert jetzt
dort, wo die Hauptbelastungsherde sind. Drei bis vier Jahre wird die Sanierung
dauern. Wo künftig Häuser stehen, soll eine zusätzliche
Bodenplatte aufgebracht werden. Anschließend wird sich kleineres
Gewerbe dort ansiedeln. "Interessenten aus dem Essener Raum gibt
es schon", sagt Klaus-Jürgen Nehrke vom Umweltamt. Zur Zeit
verhandelt die Stadt noch mit der Dahlbusch AG über eine Beteiligung
an der Sanierung.
Ist diese über die Bühne, soll zwischen der erneuerten Fläche
und der Steeler Straße ein Nahversorgungszentrum mit einem Lebensmittel-Vollsortiment
entstehen. "Dies wäre ein idealer Standort und würde einen
Ersatz für die Läden schaffe, die an der Karl-Meyer-Straße
schließen mussten", sagt Stadtplaner Stefan Rommelfanger. Allerdings
müssten von diesem Projekt noch die Politiker überzeugt werden.
ho
WAZ 02.03.2002 / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN
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