Totgesagte leben länger

Rotthauser Einkaufsmeile hat keine Zukunft - 15.1.
Knapp vier Monate ist es her, dass wir hier in Rotthausen unser Haus gekauft haben. Wir wollten wirklich nicht unbedingt nach Gelsenkirchen, kamen wir doch aus der Großstadt Essen. Doch Rotthausen hat uns mit seinem Charme fasziniert. Ein wichtiger Punkt für uns: die Karl-Meyer-Straße mit ihren Einkaufsmöglichkeiten. Wir hatten das Gefühl, dass im Gegensatz zu Essen-Holsterhausen, wo auf der Gemarkenstraße immer mehr Geschäfte schließen müssen, hier das Einkaufsleben pulsiert, wie es eben in einem kleinen Stadtteil pulsieren kann. Jetzt lese ich, die Einkaufsmeile hat keine Zukunft. Wer sagt das? Ein Planungsbüro? Die sind natürlich völlig unbefangen. Verdienen Planungsbüros nicht daran, neue Gebäude, zum Beispiel Einkaufszentren, zu planen? Ist es nicht eher schlecht für so ein Planungsbüro, wenn eine Straße so bleibt wie sie ist? Ach, und dann ist da auch noch ein Investor. Keine Zukunft mehr, verstehe. Diese Betrachtungsweise ist für mich ein eindeutiger Fall von eigene Geschäfte durch heftiges Totreden sichern. Meine stille Hoffnung: Totgesagte leben länger.

Jennifer Neuhaus

WAZ Lokalteil Gelsenkirchen, Leserbrief 04.02.2003