1924 Stimmen für die Karl-Meyer-Straße

Rotthausen: Unterschriftenliste vorgelegt - Kein Votum
Gegen eine Verlagerung des Einzelhandels von der Karl-Meyer-Straße in ein Einkaufszentrum an der Steeler Straße machten sich gestern Rotthauser Einzelhändler im Stadtplanungsausschuss stark. Die Parteien gaben noch kein Votum ab und meldeten weiteren Diskussionsbedarf an.
Schwarz auf weiß dokumentierte die Werbegemeinschaft Rotthausen die Meinung vieler Bürger: 1924 in wenigen Tagen gesammelte Unterschriften für den Standort "Karl-Meyer-Straße" legten die Einzelhändler vor. Wie berichtet, war das Büro "Planquadrat" zu dem Ergebnis gekommen, dass sich der Einzelhandel auf Dauer aus der Karl-Meyer-Straße zurückziehen werde und hatte deshalb den Bau eines Einkaufszentrums befürwortet. Zu Wort meldete sich auch der Bürgerverein Rotthausen: Es gebe kein "entweder-oder", so der Verein. Die Karl-Meyer-Straße werde nach Bau eines Einkaufszentrums ja nicht zugemauert. Weitgehend Einigkeit herrschte jedoch darüber, dass ein Zentrum in den geplanten Ausmaßen für den Einzelhandel fatale Folgen hätte. "Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, dass wir dann zum Sterben verurteilt sind", so Fleischermeister Heinz Thelen.
"Planquadrat" verdeutlichte noch einmal die Dimension des von einem Investor geplanten Zentrums an der Steeler Straße. Vorgesehen seien 1400 qm für Rewe, 700 qm für einen Discounter sowie 1700 qm für Fachmärkte (Drogerie, Schuhe) und kleinen Einzelhandel. Angepeiltes Umsatzvolumen: 20 Mio Euro pro Jahr.
Vor der Entscheidung will die Politik in die Diskussion mit den Bürgern einsteigen. Dabei soll auch die Möglichkeit eines Miteinanders von Einkaufszentrum und Karl-Meyer-Straße erörtert werden.

WAZ 23.01.03 Lokalteil