„In Rotthausen war das unmöglich“
Für ein Zeichen öffentlicher Erinnerung an Ernst Käsemann


Unser Mitglied Klaus Brandt hat gemäß § 24 der Gemeindeordnung NRW in seiner Eigenschaft als Rotthauser Bürger beantragt, die Grünfläche zwischen Steeler, Mozart- und Beethovenstraße nach Ernst Käsemann, von 1933-1946 Pastor der Bekennenden Kirchengemeinde in Rotthausen, zu benennen. Er führt dazu aus:
Unerschrocken hat Käsemann gegen die Gewalttätigkeit und Judenfeindlichkeit des Naziregimes gepredigt und Verfolgten beigestanden, unabhängig von deren politischer, religiöser oder auch nichtreligiöser Orientierung. „Waren dies“, schrieb er später, “Menschen, um die sich der Pfarrer nicht zu kümmern brauchte? In Rotthausen war das unmöglich.“ Und: „Wie an einem eisernen Block scheiterten alle Angriffe an der Tatsache, dass die Gemeinde sich fast völlig mit ihren Pfarrern solidarisch erklärte.“  Möge der Name des Parks auch daran erinnern. Zugleich wird sich auch die Erinnerung an Ernst Käsemanns Tochter Elisabeth melden, von der es heißt, sie sei „in ihrer Konsequenz und radikalen Entschiedenheit dem Vater sehr ähnlich gewesen“. Die Familienbildungsstätte des Kirchenkreises trägt bereits ihren Namen.  Ob im Park ein weiteres Zeichen des Gedenkens auch an sie gesetzt werden kann, wird nach Abstimmung mit den Angehörigen zu entscheiden sein.
Zu Ernst Käsemann findet sich ein ausführlicher, unbedingt lesenswerter Beitrag des verstorbenen Rotthauser Pfarrers Walter im Internetportal www.gelsenzentrum.de. Klaus Brandts Antrag – eine gekürzte Fassung dieses Beitrages – ist unter www. gelsenkirchener-geschichten.de nachzulesen. In Kreisen der Gemeinde, des Kirchenkreises und der Bezirksvertretung ist der Antrag auf lebhafte Zustimmung („großartige Idee“) gestoßen; die Zeitung „Unsere Kirche“ hat berichtet.  Die Bezirksvertretung wird in ihrer Sitzung vom 05. Juni ( Sitzungsraum im Wissenschaftszentrum an der Bochumer Straße) entscheiden. Besucher sind willkommen.  

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Dieser Park soll Käsemanns Namen tragen: Reiner Kudies und Roswitha Fleischer vom Presbyterium unterstützen den Bürgerantrag von Klaus Brandt (rechts). Im Hintergrund ist die Evangelische Kirche Rotthausen zu sehen. FOTO: CORNELIA FISCHER